Kurz und klar: Die E-Mail „Wir können deine Zahlung nicht verarbeiten“ mit dem Absendernamen „Spotify“ ist gefälscht. Klicken Sie nicht auf „Details aktualisieren“ und geben Sie weder Ihr Spotify-Passwort noch Kartendaten ein. Löschen Sie die Mail.
Die Nachricht im Bild ist am 15. Oktober 2026 um 10:30 Uhr bei uns eingegangen. Sie behauptet, Spotify habe „Probleme, deine Zahlung für Spotify Premium einzuziehen“. Sie sollen Ihre Zahlungsdetails prüfen, man versuche „in ein paar Tagen erneut“, die Zahlung zu verarbeiten. Darunter ein grüner Button „Details aktualisieren“.

Warum diese Fälschung so echt wirkt
Die Mail ist kurz, im Spotify-Grün gehalten und duzt wie Spotify selbst. Der Satz, man versuche die Zahlung in ein paar Tagen erneut, klingt fast wie die echte Spotify-Hilfe. Dort steht, dass Spotify nach einer fehlgeschlagenen Monatszahlung das Abo nicht sofort kündigt, sondern es in den nächsten Tagen noch einmal versucht.
Dazu kommt ein technischer Trick: Anders als die gefälschten Mails von ÖGK oder Pensionsversicherung hat diese Mail die Absender-Prüfung (SPF, DKIM, DMARC) bestanden. Allerdings für die Domain einer fremden Firma, nicht für spotify.com. Die Prüfung bestätigt also nur, dass die Mail wirklich von dieser fremden Adresse kommt. Über Spotify sagt sie nichts. Unser Spamfilter hat sie auch nicht aussortiert.
Daran erkennen Sie die Fälschung
- Absender: Hinter dem Namen „Spotify“ steht keine Adresse, die auf @spotify.com endet. Laut Spotify ist eine Mail verdächtig, wenn die Absenderadresse nicht auf @spotify.com endet. Tippen oder klicken Sie auf den Absendernamen, dann sehen Sie die echte Adresse.
- Der Button führt nicht zu Spotify: Hinter „Details aktualisieren“ steckt eine fremde Website, deren Adresse erst im Mai 2025 registriert wurde. Fahren Sie am PC mit der Maus über den Button, ohne zu klicken: Unten im Fenster sehen Sie das echte Ziel.
- Spotify fragt so nicht: Laut Spotify-Hilfe bittet Spotify nie per E-Mail um Zahlungsinformationen oder Ihr Passwort.
- Kein Name, kein Abo, kein Betrag: Die Mail nennt weder Ihren Namen noch Ihr Abo, das Datum oder die Höhe der Zahlung. Sie passt auf jeden Empfänger, typisch für Massenmails.
- Fassade ohne Inhalt: „Nutzungsbedingungen“, „Datenschutzrichtlinie“ und „Kontakt“ in der Fußzeile sind gar keine Links. Sie und die Firmenadresse in Stockholm sollen die Mail nur echt aussehen lassen.
Was hinter dem Button wartet
Wir haben die verlinkte Seite bewusst nicht geöffnet. Bei gleichartigen Spotify-Mails beschreiben die Watchlist Internet und Onlinesicherheit.gv.at den Ablauf so: Zuerst kommt eine nachgebaute Spotify-Anmeldung, die Ihr Passwort abgreift. Danach sollen Sie Ihr Konto „aktualisieren“ und Ihre Kreditkartendaten eingeben. Diese Daten landen direkt bei den Kriminellen.
So prüfen Sie, ob wirklich etwas offen ist
Öffnen Sie die Spotify-App oder tippen Sie spotify.com selbst in den Browser und melden Sie sich an. Im Konto sehen Sie unter „Dein Abo“ und im Zahlungsverlauf, ob eine Zahlung tatsächlich fehlgeschlagen ist. Läuft Ihr Abo über Ihren Mobilfunk- oder Internetanbieter, wickelt laut Spotify dieser die Zahlungen ab.
Was tun, wenn Sie schon geklickt haben?
- Spotify-Passwort ändern, und zwar überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwenden.
- Bank oder Kartenanbieter anrufen, wenn Sie Kartendaten eingegeben haben, und die Karte sperren lassen. Die Nummer steht auf der Rückseite Ihrer Karte.
- Kontoauszüge prüfen und unbekannte Abbuchungen sofort bei der Bank reklamieren.
- Anzeige bei der Polizei erstatten, wenn Geld abgebucht wurde.
Sie haben die Mail nur bekommen? Löschen Sie sie. Wenn Sie Spotify helfen wollen, leiten Sie die Mail vorher an spoof@spotify.com weiter, diese Meldeadresse nennt Spotify selbst.
Wie Sie gefälschte Mails generell erkennen, steht in unserem Ratgeber Phishing erkennen. Weitere aktuelle Warnungen: gefälschte Volksbank-Mail, FinanzOnline-Steuererstattung und unbestellte Rechnung von Poind Intelligence.
Unsicher? Wir helfen
Sie sind nicht sicher, ob eine Mail echt ist, oder haben schon Daten eingegeben? Leiten Sie uns die Mail weiter oder rufen Sie uns an: +43 664 2557441. Sie erreichen uns auch über das Kontaktformular. DERKAUFMANN IT-Service hilft Betrieben, Vereinen und Privatpersonen in der Oststeiermark.
Quellen (abgerufen am 16.10.2026)
- Spotify Support: „Ist diese Spotify E-Mail legitim?“ – https://support.spotify.com/at/article/spotify-email-legit/
- Spotify Support: „Hilfe bei fehlgeschlagenen Zahlungen“ – https://support.spotify.com/at/article/failed-payment/
- Onlinesicherheit.gv.at: „Spotify: ‚Ihr Zugang läuft ab‘“, 12.08.2026 – https://www.onlinesicherheit.gv.at/Services/News/Spotify-Ihr-Zugang-laeuft-ab.html
- Watchlist Internet: „Spotify: Vorsicht vor betrügerischen Phishing-Mails“, 18.12.2024 – https://www.watchlist-internet.at/news/spotify-vorsicht-vor-betruegerischen-phishing-mails/
- Verisign RDAP, Registrierungsdatum der Link-Domain (26.05.2025), Abfrage 16.10.2026 – https://rdap.verisign.com/com/v1/
- Bundeskriminalamt: „Wie erstatte ich Anzeige?“ – https://www.bundeskriminalamt.at/212/wie_erstatte_ich_anzeige/start.html
FAQ
Ich habe gar kein Spotify Premium. Warum bekomme ich das?
Solche Mails gehen massenhaft hinaus, auch an Firmenpostfächer wie unseres. Die Betrüger hoffen, dass ein Teil der Empfänger Spotify nutzt und ohne Nachdenken klickt.
Die Mail hat die Absender-Prüfung bestanden. Ist sie dann echt?
Nein. SPF, DKIM und DMARC bestätigen nur, dass die Mail wirklich von der angegebenen Domain kommt. Hier ist das die Domain einer fremden Firma. Entscheidend ist, ob die Adresse auf @spotify.com endet.
Ich habe meine Kartendaten eingegeben. Was jetzt?
Rufen Sie sofort Ihre Bank oder Ihren Kartenanbieter an und lassen Sie die Karte sperren. Ändern Sie danach Ihr Spotify-Passwort und prüfen Sie Ihre Abbuchungen.