Kurz und klar: Die E-Mail „Steuererstattung 2025 genehmigt“ kommt nicht von FinanzOnline. Klicken Sie nicht auf „Identität jetzt bestätigen“ und geben Sie keine Bankdaten ein. Löschen Sie die Mail.
Die Nachricht im Bild ist am 1. Oktober 2026 bei uns eingegangen. Als Absender steht „FinanzOnline“, dazu Logo, Vorgangsnummer und Bescheidnummer. Versprochen wird eine Steuerrückerstattung von 3.612 Euro, die angeblich verfällt, wenn man nicht rasch die Identität bestätigt. Die Watchlist Internet warnt seit 23. September 2026 vor genau dieser Mail.

So läuft die Masche ab
- Die Mail kündigt eine genehmigte Erstattung an und setzt eine Frist mit Countdown.
- Der Button „Identität jetzt bestätigen“ führt auf eine gefälschte Seite, nicht auf FinanzOnline.
- Dort sollen Sie laut Watchlist Internet persönliche Daten, Bankdaten, Zugangsdaten zum Online-Banking oder Bestätigungscodes eingeben.
- Mit diesen Daten räumen die Täter Ihr Konto ab. Geld bekommen Sie keines.
Daran erkennen Sie die Fälschung
- Absender: Echte Benachrichtigungen von FinanzOnline kommen laut BMF nur von finanzonline@bmf.gv.at. Diese Mail kam von einer fremden Adresse, die mit dem Finanzministerium nichts zu tun hat.
- Das Finanzamt fragt keine Daten per Mail ab: Laut BMF verlangt es nie Passwörter, Kreditkarten- oder Kontodaten. Bescheide kommen per Post oder in die Databox von FinanzOnline.
- Ein Amt, das es nicht mehr gibt: In der Mail steht „Finanzamt Wien 1/23“. Seit 1. Jänner 2021 gibt es nur noch das Finanzamt Österreich und das Finanzamt für Großbetriebe.
- Unmögliches Datum: Ein Bescheid für das Jahr 2025 kann nicht vom 15.07.2025 stammen, das Jahr war da noch gar nicht vorbei.
- Widersprüchlicher Druck: Oben steht „noch 13 Tage“, weiter unten „innerhalb von 3 Werktagen, andernfalls verfällt der Anspruch“.
- Unpersönliche Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ statt Ihres Namens.
Was tun, wenn Sie schon geklickt haben?
- Sofort die Bank anrufen und Konto sowie Karten sperren lassen. Die Sperr-Hotline steht auf der Rückseite Ihrer Karte.
- Passwörter ändern, die Sie eingegeben haben, und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwenden.
- Anzeige bei der Polizei erstatten.
- Wachsam bleiben: Mit Ihren Daten melden sich Betrüger oft später noch einmal, etwa als angebliche Bank am Telefon.
Sie haben die Mail nur bekommen? Löschen Sie sie. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihnen wirklich etwas zusteht, tippen Sie finanzonline.bmf.gv.at selbst in den Browser und sehen Sie in Ihrer Databox nach.
Mehr dazu in unserem Ratgeber Phishing erkennen. Eine ähnliche Masche im Namen der Gesundheitskasse beschreiben wir in der Warnung zur gefälschten ÖGK-Auszahlung.
Unsicher? Wir helfen
Sie sind nicht sicher, ob eine Mail echt ist, oder haben schon Daten eingegeben? Rufen Sie uns an: +43 664 2557441, oder schreiben Sie über das Kontaktformular. DERKAUFMANN IT-Service hilft Betrieben, Vereinen und Privatpersonen in der Oststeiermark.
Quellen (abgerufen am 01.10.2026)
- Watchlist Internet: „Gefälschte FinanzOnline-Mail: 3.612 Euro Steuererstattung versprochen“, 23.09.2026 – https://www.watchlist-internet.at/news/gefaelschter-finanzonline-mail
- Bundesministerium für Finanzen: „BMF warnt vor betrügerischen Nachrichten, Fake-Anrufen und gefälschten Webseiten“, 27.02.2026 – https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2026/februar-2026/phishing.html
- Unternehmensserviceportal (usp.gv.at): „Zuständigkeiten der Finanzämter“ (Finanzamt Österreich und Finanzamt für Großbetriebe seit 01.01.2021) – https://www.usp.gv.at/themen/steuern-finanzen/steuerliche-rechte-und-pflichten/weitere-informationen-zu-steuerlichen-rechten-und-pflichten-als-unternehmen/zustaendigkeiten-der-finanzaemter.html
FAQ
Kann ich die Erstattung trotzdem bekommen, wenn sie echt wäre?
Eine echte Gutschrift überweist das Finanzamt auf das Konto, das in FinanzOnline hinterlegt ist. Dazu müssen Sie nichts per Mail bestätigen.
Ich habe nur die Mail geöffnet. Ist das gefährlich?
Das Öffnen allein ist meist harmlos. Gefährlich wird es, wenn Sie auf den Button klicken und Daten eingeben. Laden Sie in solchen Mails keine Bilder nach, das verrät den Betrügern, dass Ihre Adresse aktiv ist.
Wo kann ich solche Mails melden?
Die Watchlist Internet sammelt Meldungen zu Betrugsmails. Danach die Mail löschen.