Vor der Weitergabe oder Entsorgung eines PCs gilt: Daten sichern → Konten/Lizenzen abmelden → Daten WIRKLICH löschen → dann erst weitergeben. Formatieren reicht nicht – die Daten bleiben wiederherstellbar. Richtig ist: HDD einmal vollständig überschreiben (z. B. via „PC zurücksetzen" mit Option „Laufwerk bereinigen"), SSD per Secure Erase des Herstellers. Entsorgt wird in Österreich kostenlos im Altstoffsammelzentrum – nie im Restmüll.
- Löschen/Formatieren entfernt nur das Inhaltsverzeichnis – Daten sind mit Gratis-Tools wiederherstellbar.
- Windows-Bordmittel: „PC zurücksetzen" → „Alles entfernen" + „Laufwerk bereinigen" überschreibt die Daten.
- SSD nicht mehrfach überschreiben – Secure Erase per Hersteller-Tool verwenden; verschlüsselte Laufwerke: Schlüssel verwerfen genügt praktisch.
- Firmen brauchen eine nachweisbare, protokollierte Löschung (DSGVO); Altgeräte: kostenlos ins Altstoffsammelzentrum, Akkus zur Batteriesammlung.
Gerade jetzt, wo mit dem Windows-10-Ende viele Geräte getauscht werden (siehe Windows 10 ist am Ende), stapeln sich ausgemusterte PCs und Laptops in Kellern – oder wandern zu Willhaben, an Verwandte oder in den Container. Das Problem: Auf diesen Geräten liegt Ihr halbes Leben. Und einfaches Löschen schützt es nicht.
Warum „Löschen“ und „Formatieren“ nicht reichen
Beim normalen Löschen und auch beim Schnellformatieren wird nur das Inhaltsverzeichnis der Festplatte entfernt – die Daten selbst bleiben liegen, bis sie irgendwann überschrieben werden. Mit frei erhältlicher Software lassen sie sich in Minuten wiederherstellen; genau davon lebt die Datenrettung – im guten wie im schlechten Fall. Wer ein Gerät mit „nur formatierter“ Platte verkauft, verschenkt seine Fotos, Passwörter, Verträge und Steuerunterlagen mit.
Schritt 1: Sichern, was bleiben soll
Bevor irgendetwas gelöscht wird: alles Wichtige sichern und die Sicherung prüfen – Dokumente, Fotos, Browser-Lesezeichen, gespeicherte Passwörter, E-Mail-Archive, Lizenzschlüssel. Wie eine ordentliche Sicherung aussieht, zeigt der Ratgeber Daten sichern – die 3-2-1-Regel. Denken Sie auch daran, Geräte abzumelden: Cloud-Konten (iCloud/OneDrive/Google), Office-Lizenzen und Programme mit Geräte-Bindung vorher deaktivieren.
Schritt 2: Daten wirklich sicher löschen
Der richtige Weg hängt vom Speichertyp und vom weiteren Schicksal des Geräts ab:
- Windows-Bordmittel (einfachster Weg): Einstellungen → System → Wiederherstellung → PC zurücksetzen → „Alles entfernen“ und dabei die Option „Laufwerk bereinigen“ / „Daten löschen“ wählen – dann wird überschrieben statt nur gelöscht. Für die private Weitergabe in der Regel ausreichend.
- Klassische Festplatte (HDD): mit einem Löschprogramm mindestens einmal vollständig überschreiben (z. B. via bootfähigem Lösch-Stick). Ein Durchgang genügt nach heutigem Stand – die legendären „35 Durchgänge“ sind ein Mythos.
- SSD: Bitte nicht mehrfach überschreiben (bringt wenig, kostet Lebensdauer). Richtig ist Secure Erase über das Hersteller-Tool (Samsung Magician, Crucial Storage Executive …) oder das BIOS/UEFI vieler Geräte.
- Der elegante Vorab-Trick: Ist das Laufwerk mit BitLocker/FileVault verschlüsselt, genügt es, beim Zurücksetzen den Schlüssel zu verwerfen – zurück bleibt nur unlesbarer Datensalat. Verschlüsselung lohnt sich also auch fürs Lebensende des Geräts.
- Defektes Gerät / höchste Ansprüche: Datenträger ausbauen und physisch zerstören (lassen) – oder beim Fachbetrieb löschen lassen.
Schritt 3: Wohin mit dem Gerät?
- Weiterverwenden statt wegwerfen: Viele ältere Geräte sind mit einer SSD oder einem schlanken Linux wie Zorin OS noch völlig brauchbar – als Zweitgerät, für die Kinder oder den Verein. Ob sich das lohnt: PC aufrüsten oder neu kaufen?
- Verkaufen oder verschenken: nach sicherer Löschung völlig in Ordnung – Gerät vorher zurücksetzen, Zubehör und Lizenzaufkleber beilegen. Bei Handy und Tablet gilt zusätzlich: erst die Konten entfernen, dann zurücksetzen – sonst sperrt sich das Gerät selbst. Wie das geht, zeigt der Ratgeber E-Mail-Konto vom Handy entfernen.
- Entsorgen: Elektroaltgeräte gehören nie in den Restmüll. In Österreich geben Sie sie kostenlos bei jedem Altstoffsammelzentrum ab; beim Kauf eines neuen Geräts nimmt der Händler das alte zurück. Akkus vorher entnehmen, wenn möglich – sie gehören zur Batteriesammlung.
- Spenden: Sozialprojekte und Reparatur-Initiativen freuen sich über funktionierende Geräte – auch hier gilt: erst sicher löschen.
Häufige Fragen
Reicht Formatieren, bevor ich meinen PC verkaufe?
Nein. Beim Formatieren wird nur das Inhaltsverzeichnis geleert – die eigentlichen Daten bleiben auf dem Datenträger und lassen sich mit frei erhältlicher Software wiederherstellen. Sicher ist erst vollständiges Überschreiben (HDD) bzw. Secure Erase (SSD) oder das Windows-Zurücksetzen mit der Option „Laufwerk bereinigen".
Wie lösche ich eine SSD sicher?
Mit der Secure-Erase-Funktion des Hersteller-Tools (z. B. Samsung Magician, Crucial Storage Executive) oder über das BIOS/UEFI vieler Geräte. Mehrfaches Überschreiben wie bei Festplatten ist bei SSDs nicht sinnvoll. War das Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt, genügt es praktisch, beim Zurücksetzen den Schlüssel zu verwerfen.
Wohin mit dem alten PC oder Laptop in Österreich?
Elektroaltgeräte gehören nie in den Restmüll: Sie geben sie kostenlos bei jedem Altstoffsammelzentrum ab, beim Neukauf nimmt der Händler das Altgerät zurück. Funktionierende Geräte können nach sicherer Löschung auch verkauft, verschenkt oder gespendet werden – oft lohnt sich mit SSD oder Linux sogar die Weiterverwendung.
Was müssen Firmen bei der PC-Entsorgung beachten?
Auf Firmengeräten liegen personenbezogene Daten – die DSGVO verlangt eine nachweisbare Löschung oder zertifizierte Vernichtung je Datenträger, dokumentiert im Löschprotokoll. „Wurde formatiert" genügt als Nachweis nicht. Wir übernehmen Löschung samt Protokoll und fachgerechter Verwertung.
Fazit
Die sichere Reihenfolge: Sichern & Konten abmelden → wirklich löschen (HDD überschreiben, SSD per Secure Erase, oder verschlüsselt + Schlüssel weg) → dann erst verkaufen, verschenken oder kostenlos im Altstoffsammelzentrum abgeben. Formatieren allein schützt Ihre Daten nicht – und für Firmen zählt nur eine nachweisbare Löschung.
Wir übernehmen das komplette Paket: Datenübernahme aufs neue Gerät, zertifikatsfähige Löschung und die fachgerechte Verwertung des alten.

