· IT-Tipps · 8 Min. Lesezeit

E-Rechnung für KMU & EPU: Einfach erklärt – wer sie braucht und wie Sie eine erstellen

„Bitte senden Sie uns eine E-Rechnung" – und ein PDF wird abgelehnt? Was eine echte E-Rechnung ist, wer sie in Österreich (und für deutsche Kunden!) wirklich braucht, welche Formate gelten und wie Sie in wenigen Minuten kostenlos eine erstellen.

Auf einen Blick

Eine echte E-Rechnung ist kein PDF, sondern ein strukturierter XML-Datensatz nach EU-Norm EN 16931, den Buchhaltungssoftware automatisch verarbeitet. In Österreich ist sie für Rechnungen an den Bund verpflichtend (e-rechnung.gv.at, ebInterface oder Peppol); im B2B gibt es noch keine allgemeine Pflicht – wer aber deutsche Geschäftskunden hat, braucht XRechnung/ZUGFeRD schon heute. Erstellen können Sie eine E-Rechnung kostenlos mit unserem Generator.

  • PDF per E-Mail ist keine E-Rechnung im rechtlichen Sinn – es fehlen die strukturierten Daten.
  • Österreich: Pflicht bei Rechnungen an den Bund (e-rechnung.gv.at); B2B aktuell freiwillig.
  • Deutschland: B2B-Empfangspflicht bereits aktiv, Ausstellungspflicht folgt schrittweise – relevant für AT-Firmen mit DE-Kunden.
  • Wichtigste Formate: ebInterface (AT), XRechnung (DE), ZUGFeRD/Factur-X (Hybrid-PDF), Peppol (Netzwerk).

Der Begriff sorgt regelmäßig für Verwirrung: Viele verstehen unter „elektronischer Rechnung“ ein PDF per E-Mail. Im rechtlichen Sinn ist das aber keine E-Rechnung. Eine echte E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz (XML nach der EU-Norm EN 16931), den Buchhaltungsprogramme automatisch einlesen und verarbeiten können – ohne Abtippen, ohne Scan-Fehler.

Für das menschliche Auge sieht so eine Datei kryptisch aus; gedacht ist sie für Software. Manche Formate kombinieren beides: Hybridformate wie ZUGFeRD stecken die XML-Daten in ein normales PDF – lesbar für Menschen und Maschinen.

Wer braucht die E-Rechnung in Österreich wirklich?

  • Lieferanten des Bundes (B2G): Wer dem Bund Waren oder Leistungen verrechnet, muss schon lange eine strukturierte E-Rechnung stellen – über e-rechnung.gv.at (via Unternehmensserviceportal) oder Peppol. Papier- und PDF-Rechnungen werden dort abgelehnt.
  • Zwischen Unternehmen (B2B) in Österreich: Aktuell keine allgemeine Pflicht. Immer mehr Großkunden wünschen aber strukturierte Rechnungen – wer liefern kann, punktet.
  • Geschäfte mit Deutschland: Hier wird es konkret – in Deutschland ist die E-Rechnung im B2B bereits Pflicht im Empfang, die Ausstellungspflicht kommt schrittweise. Österreichische Firmen mit deutschen Geschäftskunden werden deshalb zunehmend nach XRechnung oder ZUGFeRD gefragt.
  • EU-Ausblick (ViDA): Die EU hat mit dem Paket „VAT in the Digital Age“ beschlossen, dass für grenzüberschreitende B2B-Umsätze künftig strukturierte E-Rechnungen samt digitaler Meldung Standard werden. Die Richtung ist eindeutig – die E-Rechnung kommt flächendeckend.
Kurz gesagt: Pflicht heute nur Richtung Bund (und faktisch Richtung deutscher Kunden). Aber wer jetzt umstellt, spart sofort Zeit – und ist vorbereitet, wenn die Pflicht kommt.

Die wichtigsten Formate im Überblick

FormatWas es istWofür relevant
ebInterfaceÖsterreichischer XML-Standard (WKO)E-Rechnung an den Bund, österreichische Systeme
XRechnungDeutscher Standard nach EN 16931 (reines XML)Deutsche Behörden & zunehmend deutsche B2B-Kunden
ZUGFeRD / Factur-XHybrid: PDF mit eingebettetem XMLB2B-Alltag – lesbar wie PDF, verarbeitbar wie XML
PeppolStandardisiertes Übertragungsnetzwerk samt Format (BIS Billing)Behörden & Konzerne europaweit, sicherer Versandweg

Was bringt mir das als kleiner Betrieb?

  • Schnellere Zahlung: Die Rechnung landet ohne Medienbruch direkt in der Buchhaltung des Kunden – weniger Liegezeit, weniger Rückfragen.
  • Weniger Fehler: Kein Abtippen, keine Zahlendreher, Pflichtfelder werden validiert.
  • Ordnung & Archiv: Strukturierte Daten lassen sich sauber ablegen und durchsuchen. (Aufbewahrungspflicht in Österreich: 7 Jahre – gilt auch für E-Rechnungen.)
  • Professioneller Auftritt gegenüber Großkunden und Behörden.

So erstellen Sie in Minuten eine E-Rechnung – kostenlos

Sie brauchen dafür keine teure Software: Mit unserem kostenlosen E-Rechnung-Generator erstellen Sie direkt im Browser eine normkonforme E-Rechnung – die Daten bleiben dabei komplett auf Ihrem Gerät:

  • Rechnungsdaten eingeben (Absender, Empfänger, Positionen, Steuersätze).
  • UID-Nummern vorher mit dem UID-Validator und die Bankverbindung mit dem IBAN-Validator prüfen – die häufigsten Ablehnungsgründe.
  • Format wählen (z. B. ebInterface für Österreich, XRechnung für deutsche Empfänger) und Datei herunterladen.
  • Versenden – je nach Empfänger per Upload-Portal, Peppol oder E-Mail.
Wichtig für die Praxis: Fragen Sie den Empfänger, welches Format und welchen Weg er braucht – das erspart Ablehnungen. Behörden nennen die Anforderungen in der Regel in der Beauftragung.

Rechnungen laufend schreiben? Dann lohnt sich Integration

Für gelegentliche Rechnungen reicht der Generator völlig. Wer laufend fakturiert, sollte die E-Rechnung direkt in seine Buchhaltungs- oder Fakturierungssoftware integrieren – inklusive automatischem Versand und Archivierung. Wir richten das gemeinsam mit Ihrem Steuerberater ein und verbinden es sauber mit Ihrer restlichen IT (siehe auch: IT-Betreuung für KMU & EPU).

Häufige Fragen

Ist ein PDF eine E-Rechnung?

Nein. Eine echte E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz (XML nach EN 16931), den Software automatisch einlesen kann. Ein PDF ist nur ein elektronisches Bild der Rechnung. Hybridformate wie ZUGFeRD kombinieren beides: ein lesbares PDF mit eingebetteten XML-Daten.

Muss ich in Österreich E-Rechnungen stellen?

Verpflichtend nur, wenn Sie dem Bund Leistungen verrechnen – dann über e-rechnung.gv.at (ebInterface) oder Peppol. Im B2B gibt es derzeit keine allgemeine Pflicht; durch die deutschen B2B-Regeln und das EU-Paket ViDA geht die Entwicklung aber klar Richtung flächendeckender E-Rechnung.

Welches Format brauche ich für welchen Empfänger?

Für den österreichischen Bund ebInterface oder Peppol, für deutsche Behörden und zunehmend deutsche Geschäftskunden XRechnung, im B2B-Alltag oft ZUGFeRD (PDF mit XML). Fragen Sie im Zweifel den Empfänger – das erspart Ablehnungen.

Wie erstelle ich als EPU schnell eine E-Rechnung?

Mit unserem kostenlosen E-Rechnung-Generator direkt im Browser: Rechnungsdaten eingeben, Format wählen (z. B. ebInterface oder XRechnung), Datei herunterladen und versenden. Die Daten bleiben dabei auf Ihrem Gerät. Für laufende Fakturierung empfiehlt sich die Integration in die Buchhaltungssoftware.

Fazit

Eine echte E-Rechnung ist strukturierte Daten statt PDF. Pflicht ist sie in Österreich bislang Richtung Bund – wer deutsche Geschäftskunden hat, kommt aber schon heute kaum daran vorbei, und die EU-Weichen sind gestellt. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Werkzeug ist die Umstellung keine Hürde, sondern spart ab der ersten Rechnung Zeit.

Sie wollen die E-Rechnung sauber in Ihren Ablauf einbauen? Wir richten das für Sie ein – vom Einzelfall bis zur integrierten Lösung.

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