· Webdesign · 8 Min. Lesezeit

Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die Checkliste

Neue Website online – und plötzlich halbiert sich der Google-Traffic? Das passiert erschreckend oft und ist fast immer vermeidbar. Warum Rankings beim Relaunch einbrechen (Spoiler: fehlende Weiterleitungen) und die komplette Checkliste für einen sauberen Umstieg.

Auf einen Blick

Ranking-Einbrüche nach dem Relaunch sind fast immer handwerkliche Fehler – allen voran fehlende 301-Weiterleitungen von alten auf neue URLs und das vergessene noindex aus der Staging-Phase. Die sichere Reihenfolge: alte URLs erfassen → 1:1-Weiterleitungstabelle → Inhalte übernehmen statt eindampfen → am Stichtag noindex/robots.txt prüfen und Sitemap einreichen → danach Search Console, 404-Fehler und Indexierung überwachen.

  • Ranking-Killer Nr. 1: alte URLs ohne 301-Weiterleitung → 404 → aufgebauter SEO-Wert verpufft.
  • Jede alte URL einzeln auf die passende neue weiterleiten – Pauschal-Umleitung auf die Startseite wertet Google wie 404.
  • noindex-Falle: Das „Suchmaschinen abhalten"-Häkchen der Testumgebung MUSS am Stichtag entfernt werden.
  • Nach dem Livegang: Search Console auf 404 überwachen, kaputte Links prüfen, neue Sitemap einreichen; kleine Schwankungen für einige Wochen sind normal.

Ein Relaunch ist ein Grund zur Freude: neues Design, bessere Technik, frische Inhalte. Für Google ist er erst einmal etwas anderes – eine völlig veränderte Website an bekannter Adresse. Wird der Umstieg technisch sauber begleitet, überträgt Google das aufgebaute Vertrauen auf die neue Seite. Wird er es nicht, verpuffen Jahre an SEO-Arbeit über Nacht.

Der Ranking-Killer Nr. 1: fehlende Weiterleitungen

Beim Relaunch ändern sich fast immer Adressen: aus /leistungen.html wird /leistungen/, Seiten werden zusammengelegt oder umbenannt. Jede alte Adresse, die Google kennt (und die woanders verlinkt ist), liefert dann einen 404-Fehler – und ihr mühsam aufgebauter Wert löst sich auf. Die Lösung ist Pflichtprogramm: 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue URL, einzeln zugeordnet – nicht pauschal alles auf die Startseite (das wertet Google wie einen 404).

So entsteht die Weiterleitungs-Tabelle: Vor dem Relaunch alle indexierten URLs einsammeln (Google Search Console, alte Sitemap, „site:ihre-domain.at“) und in einer simplen Tabelle „alt → neu“ zuordnen. Das ist die halbe Miete des ganzen Projekts.

Checkliste VOR dem Relaunch

  • Bestandsaufnahme: Welche Seiten bringen heute Besucher und Rankings? (Search Console → Leistung). Diese Inhalte dürfen nicht ersatzlos verschwinden.
  • Weiterleitungs-Tabelle alt → neu erstellen (siehe oben).
  • Inhalte übernehmen, nicht nur kürzen: Radikal eingedampfte Texte verlieren die Suchbegriffe, für die die Seite rankt – welche das sind, verrät die Keyword-Dichte-Analyse.
  • Backup der alten Website (Dateien + Datenbank) – für Vergleiche und den Notfall.
  • Staging nutzen: Die neue Seite auf einer Testumgebung fertigstellen – für Google gesperrt (Passwortschutz), damit keine Duplikate im Index landen.

Checkliste AM Umstellungstag

  • 301-Weiterleitungen aktivieren und stichprobenartig testen – die wichtigsten 20 alten URLs von Hand aufrufen.
  • noindex entfernen! Der Klassiker: Das „Suchmaschinen abhalten“-Häkchen aus der Staging-Phase bleibt aktiv – und die neue Seite verschwindet aus Google. (Details: Warum ist meine Website nicht bei Google?)
  • robots.txt prüfen – kein übrig gebliebenes Disallow: /.
  • SSL & Varianten: http/https und www/non-www leiten alle auf EINE kanonische Version.
  • Neue XML-Sitemap erzeugen (z. B. mit dem Sitemap-Generator) und in der Search Console einreichen.

Checkliste NACH dem Relaunch (die ersten Wochen)

  • Search Console beobachten: 404-Fehler unter „Indexierung → Seiten“ abarbeiten – jede gemeldete alte URL bekommt ihre Weiterleitung.
  • Kaputte interne Links finden – am schnellsten mit unserem Broken-Link-Checker.
  • Indexierung prüfen: Sind die wichtigen neuen Seiten im Index? Schnelltest mit dem Google-Index-Checker.
  • Titel & Beschreibungen feinschleifen – Vorschau mit der SEO-Snippet-Vorschau.
  • Tempo & Mobil-Darstellung testen (Responsive-Tester) – der Relaunch soll ja schneller sein als vorher, nicht langsamer.
  • Google-Unternehmensprofil & Verzeichnisse auf die neuen URLs aktualisieren.

Realistische Erwartungen

Auch beim perfekten Relaunch darf Google ein paar Wochen „wackeln“ – die Suchmaschine liest die neue Struktur ein und ordnet Signale neu zu. Kleinere Schwankungen sind normal; ein Einbruch um die Hälfte ist es nicht – dann fehlen fast immer Weiterleitungen oder ein noindex klemmt. Gut geplant ist ein Relaunch am Ende ein SEO-Gewinn: bessere Technik, bessere Inhalte, bessere Nutzersignale. Was ein professioneller Relaunch kostet, lesen Sie im Ratgeber Was kostet eine Website? – und denken Sie bei der Gelegenheit gleich an die Barrierefreiheit, die seit 2025 für viele verpflichtend ist.

Häufige Fragen

Warum verliert eine Website nach dem Relaunch ihre Google-Rankings?

Meist weil sich die URLs geändert haben und keine (oder pauschale) Weiterleitungen gesetzt wurden: Google und fremde Links laufen auf 404-Fehler, der aufgebaute Wert der Seiten geht verloren. Zweithäufigste Ursache: Das noindex aus der Entwicklungsphase blieb aktiv. Beides ist vollständig vermeidbar.

Was ist eine 301-Weiterleitung und warum ist sie so wichtig?

Eine 301-Weiterleitung sagt Google dauerhaft: „Diese Seite ist umgezogen – hier ist die neue Adresse." Nur so werden Rankings und Linkwert der alten URL auf die neue übertragen. Wichtig ist die 1:1-Zuordnung: jede alte URL auf die inhaltlich passende neue – nicht alles pauschal auf die Startseite.

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch stabilisieren?

Bei sauberem Umstieg einige Tage bis wenige Wochen – Google muss die neue Struktur einlesen und Signale neu zuordnen; kleinere Schwankungen in dieser Zeit sind normal. Ein Einbruch um 50 % oder mehr ist dagegen ein Alarmsignal: Dann fehlen fast immer Weiterleitungen oder ein noindex/robots-Fehler blockiert die Seite.

Was muss ich direkt nach dem Relaunch kontrollieren?

Die wichtigsten alten URLs von Hand testen (leiten sie korrekt weiter?), noindex und robots.txt prüfen, die neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen – und in den Folgewochen die 404-Fehler in der Search Console abarbeiten, kaputte interne Links beheben und die Indexierung der wichtigen Seiten kontrollieren.

Fazit

Die Formel für den Relaunch ohne Absturz: alte URLs erfassen → 1:1-Weiterleitungstabelle → Inhalte übernehmen statt eindampfen → am Stichtag noindex/robots prüfen → danach Search Console, Links und Index überwachen. Der Ranking-Einbruch nach dem Relaunch ist kein Schicksal – er ist fast immer ein handwerklicher Fehler.

Wir begleiten Relaunches von der Weiterleitungstabelle bis zur Nachkontrolle – damit die neue Website nicht bei null startet, sondern oben weitermacht.

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