· IT-Tipps · 8 Min. Lesezeit

Cloud-Speicher im Vergleich: iCloud, Google Drive, OneDrive & Co. – was passt zu wem?

5 GB hier, 15 GB dort, drei Abos parallel – und trotzdem ständig „Speicher voll"? Welcher Cloud-Speicher zu welchem Nutzer passt, was die Anbieter kosten, worauf Firmen achten müssen – und warum Cloud-Synchronisation kein Backup ersetzt.

Auf einen Blick

Die Cloud-Wahl folgt meist den Geräten: iCloud für Apple-Haushalte (200-GB-Familienabo!), OneDrive/Microsoft 365 für Windows-Arbeiter (1 TB + Office-Programme im Paket), Google Drive für Android-Nutzer (großzügige 15 GB gratis), Dropbox für plattformneutrales Teilen. Firmen brauchen Business-Tarife (DSGVO/AVV) oder eine eigene NAS-Cloud. Wichtigste Wahrheit: Cloud-Synchronisation ist KEIN Backup – gelöscht wird überall, zusätzlich lokal sichern (3-2-1-Regel).

  • Gratis-Kontingente: Google 15 GB · iCloud 5 GB · OneDrive 5 GB · Dropbox 2 GB.
  • Preis-Anker (ca., Stand 2026): 200 GB um 3 €/Monat (iCloud/Google, teilbar mit Familie); 2 TB um 10 €/Monat; Microsoft 365 Single: 1 TB + Office ~10 €/Monat.
  • Firmen: Business-Tarife mit Auftragsverarbeitungsvertrag oder eigene Cloud am NAS (z. B. Synology Drive).
  • Sync spiegelt auch Löschungen und Ransomware-Schäden – deshalb zusätzlich lokale Sicherung nach der 3-2-1-Regel.

Cloud-Speicher ist praktisch: Fotos und Dokumente sind auf jedem Gerät da, nichts geht beim Handywechsel verloren, Teilen funktioniert per Link. Aber welcher Dienst passt zu wem? Die ehrliche Antwort vorweg: Meist der, der zu Ihren Geräten gehört. Wer tief in der Apple-Welt steckt, wird mit iCloud glücklich; wer mit Word und Excel arbeitet, mit OneDrive; wer Android und Gmail nutzt, mit Google Drive. Trotzdem lohnt der Blick auf die Unterschiede.

Die großen Vier im Überblick

DienstGratisBezahl-Stufen (ca., Stand Juli 2026)Stärken
iCloud+ (Apple)5 GB50 GB 0,99 € · 200 GB 2,99 € · 2 TB 9,99 €/MonatNahtlos auf iPhone/iPad/Mac, Fotos & Geräte-Backup, Familienfreigabe
Google Drive / One15 GB100 GB ~2 € · 200 GB ~3 € · 2 TB ~10 €/MonatGrößtes Gratis-Kontingent, stark mit Android/Gmail/Google Fotos, gute Suche
OneDrive (Microsoft)5 GB100 GB ~2 €/Monat · mit Microsoft 365 Single: 1 TB inkl. Office-Programmen ~10 €/MonatTief in Windows/Office integriert; 1 TB + Word/Excel im 365-Abo ist preislich kaum zu schlagen
Dropbox2 GB2 TB ab ~10–12 €/MonatAusgereiftes Teilen & Zusammenarbeit, plattformneutral

Preise gerundet und änderungsfrei – maßgeblich sind die aktuellen Anbieterseiten. Die Muster sind aber stabil: Google schenkt am meisten, Microsoft bündelt am besten, Apple integriert am tiefsten.

Welcher Typ sind Sie?

  • iPhone-Familie: iCloud+ 200 GB mit Familienfreigabe – ein Abo für bis zu sechs Personen. Wenn der Speicher ständig voll ist: unser Ratgeber iCloud-Speicher voll? zeigt die Auswege.
  • Windows-Arbeiter: Microsoft 365 Single – 1 TB OneDrive plus die Office-Programme, die Sie vermutlich ohnehin brauchen.
  • Android/Google-Nutzer: Erst die 15 GB gratis ausschöpfen, dann Google One nach Bedarf.
  • Plattform-Mischbetrieb / viel Teilen mit Externen: Dropbox oder Google Drive – beide funktionieren überall gleich gut.

Was Firmen zusätzlich beachten müssen

  • Business-Tarife statt Privat-Konten: Nur sie bieten Auftragsverarbeitungsverträge (DSGVO), zentrale Verwaltung und die Möglichkeit, Zugänge beim Mitarbeiterwechsel zu übernehmen. Firmendaten im privaten Dropbox-Konto des Mitarbeiters sind ein Datenschutz- und ein Praxisproblem.
  • Zugriffe im Griff: Freigaben regelmäßig prüfen, 2FA für alle Konten, klare Ablagestruktur.
  • EU-Alternativen: Für sensible Branchen gibt es europäische Anbieter und die Möglichkeit einer eigenen Cloud am NAS (z. B. Synology Drive) – Daten im Haus, Zugriff wie gewohnt von überall. Gerade für Betriebe oft die sauberste Lösung; wir richten beides ein.

Die wichtigste Wahrheit: Cloud-Sync ist kein Backup

Synchronisation spiegelt – auch Fehler. Löschen Sie eine Datei (oder verschlüsselt ein Erpressungstrojaner Ihre Ordner), synchronisiert die Cloud das brav auf alle Geräte. Papierkorb und Versionsverlauf helfen nur begrenzt und zeitlich beschränkt. Wer nur „in der Cloud“ speichert, hat keine Sicherung – er hat eine sehr bequeme einzige Kopie.

Die Lösung ist die bewährte 3-2-1-Regel: Cloud gerne als einer von mehreren Speicherorten – zusätzlich eine lokale Sicherung (externe Platte oder NAS), die nicht ständig verbunden ist. So überlebt Ihr Datenbestand auch ein gehacktes Konto oder ein gekündigtes Abo. Dasselbe gilt übrigens für E-Mail: Auch ein per IMAP eingerichtetes Postfach spiegelt nur – es ersetzt keine Sicherung.

Häufige Fragen

Welcher Cloud-Speicher ist der beste?

Der, der zu Ihren Geräten passt: iCloud in der Apple-Welt, OneDrive/Microsoft 365 unter Windows (1 TB plus Office-Programme im Abo), Google Drive bei Android/Gmail. Plattformneutral und stark beim Teilen sind Google Drive und Dropbox. Preislich liegen alle nahe beieinander – entscheidend ist die Integration.

Ist meine Cloud ein Backup?

Nein – Synchronisation spiegelt jeden Fehler mit: Was Sie (oder ein Verschlüsselungstrojaner) löschen bzw. beschädigen, verschwindet auf allen Geräten. Papierkorb und Versionsverlauf helfen nur begrenzt. Ein echtes Backup ist eine zusätzliche, unabhängige Kopie – am besten nach der 3-2-1-Regel mit einer lokalen Sicherung.

Was müssen Firmen bei Cloud-Speicher beachten?

Business-Tarife statt Privatkonten: Nur sie bieten Auftragsverarbeitungsverträge (DSGVO), zentrale Benutzerverwaltung und Kontrolle beim Mitarbeiterwechsel. Dazu 2FA für alle Konten und regelmäßige Prüfung der Freigaben. Für sensible Daten ist eine eigene Cloud am Firmen-NAS oft die sauberste Lösung.

Kann ich eine eigene Cloud ohne Abo betreiben?

Ja – mit einem NAS im Haus (z. B. Synology mit Synology Drive) haben Sie Cloud-Komfort mit Daten im eigenen Haus: Synchronisation und Zugriff von überall, ohne monatliche Speicherkosten und mit voller Kontrolle. Einmalige Anschaffung plus Einrichtung – für Familien mit großen Fotosammlungen und für Firmen oft die wirtschaftlichste Lösung.

Fazit

Die Wahl ist meist einfach: iCloud für Apple-Haushalte, Microsoft 365/OneDrive für Windows-Arbeiter (1 TB + Office!), Google für Android-Nutzer – Firmen nehmen Business-Tarife oder gleich die eigene NAS-Cloud. Und egal welcher Dienst: Cloud-Sync ersetzt kein Backup – eine zusätzliche lokale Sicherung nach der 3-2-1-Regel gehört immer dazu.

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