Für ein IMAP-Konto brauchen Sie immer dieselben fünf Angaben: E-Mail-Adresse, Passwort, Posteingangsserver (IMAP), Postausgangsserver (SMTP) und die Verschlüsselung. Üblich sind Port 993 mit SSL/TLS für den Empfang und Port 587 mit STARTTLS für den Versand, als Benutzername die vollständige E-Mail-Adresse. In der App wählen Sie bewusst „manuelle Einrichtung“ – bei Android über „Sonstige“, beim iPhone über Einstellungen → Apps → Mail → Mail-Accounts → Account hinzufügen → Andere.
- IMAP statt POP3: Mails bleiben am Server, alle Geräte zeigen denselben Stand.
- Standard-Ports: IMAP 993 (SSL/TLS), SMTP 587 (STARTTLS) oder 465 (SSL/TLS).
- Benutzername ist bei den meisten Anbietern die vollständige E-Mail-Adresse.
- Häufigster Fehler: Anmeldung beim Postausgangsserver vergessen – Empfang geht, Senden nicht.
Die meisten E-Mail-Apps richten bekannte Anbieter wie Gmail oder GMX automatisch ein – ein paar Klicks, fertig. Sobald es aber um eine eigene Firmenadresse geht (also office@ihrefirma.at statt einer Freemail-Adresse), fragt die App plötzlich nach Servernamen, Ports und Verschlüsselung. Genau an dieser Stelle steigen viele aus. Dabei sind es immer dieselben fünf Angaben – und wenn die stimmen, funktioniert die Einrichtung auf jedem Gerät gleich.
Warum IMAP und nicht POP3?
Bei der Einrichtung fragt jede App früher oder später: IMAP oder POP3? Die Antwort lautet heute praktisch immer IMAP.
- IMAP spiegelt das Postfach: Die Mails bleiben auf dem Server, alle Geräte sehen denselben Stand. Was Sie am Handy löschen oder in einen Ordner verschieben, ist auch am PC so – und gelesene Nachrichten sind überall gelesen.
- POP3 lädt die Nachrichten herunter und löscht sie oft vom Server. Auf einem zweiten Gerät fehlen sie dann. Wer POP3 nutzt und das Konto vom Handy entfernt oder das Gerät verliert, verliert unter Umständen auch die Mails.
Diese fünf Angaben brauchen Sie
Bevor Sie zum Handy greifen: Legen Sie sich diese Punkte zurecht. Sie stehen in der Einrichtungs-E-Mail Ihres Anbieters oder in dessen Kundenbereich – und wenn wir Ihr Postfach eingerichtet haben, in unserer Übergabe-Liste.
- 1. E-Mail-Adresse und Passwort – das Passwort des Postfachs, nicht das Ihres Kundenkontos beim Anbieter. Das ist ein sehr häufiger Verwechsler.
- 2. Posteingangsserver (IMAP) – z. B.
imap.anbieter.at, samt Port und Verschlüsselung. - 3. Postausgangsserver (SMTP) – oft derselbe Name, aber ein anderer Port.
- 4. Verschlüsselung – SSL/TLS (meist Port 993 für IMAP, 465 für SMTP) oder STARTTLS (Port 587 für SMTP). Unverschlüsselt (Port 143 bzw. 25) ist heute tabu und wird von seriösen Anbietern gar nicht mehr angeboten.
- 5. Benutzername – bei den meisten Anbietern die vollständige E-Mail-Adresse. Manche verlangen stattdessen eine Postfachnummer – ein Blick in die Anbieter-Unterlagen erspart viel Rätselraten.
Ein vollständiges Beispiel: digitalnova.email
Damit das Ganze nicht abstrakt bleibt, hier ein echtes, gängiges Setup. Viele unserer Kunden haben ihre Postfächer bei diesem österreichischen Anbieter – die Werte sehen dort so aus:
Posteingangsserver (IMAP)
| Server | digitalnova.email |
| Port | 993 |
| Verschlüsselung | SSL/TLS |
| Benutzername | die vollständige E-Mail-Adresse, z. B. office@ihrefirma.at |
| Passwort | das Passwort des Postfachs |
Postausgangsserver (SMTP)
| Server | digitalnova.email |
| Port | 587 (alternativ 465) |
| Verschlüsselung | STARTTLS – bei Port 465 stattdessen SSL/TLS |
| Benutzername | dieselbe E-Mail-Adresse wie beim Posteingang |
| Anmeldung nötig? | Ja – „Authentifizierung erforderlich“ aktivieren |
Werte am 08.08.2026 direkt am Server geprüft. Andere Anbieter benutzen dieselbe Systematik, nur mit anderen Servernamen – etwa smtp.world4you.com oder smtp.a1.net. Die Ports 993 und 587 sind praktisch überall gleich.
Android: IMAP-Konto einrichten
Am schnellsten geht es über die vorinstallierte Gmail-App – sie kann jedes fremde Konto verwalten, nicht nur Google-Adressen:
- 1. Gmail öffnen, oben rechts auf das Profilbild tippen → „Weiteres Konto hinzufügen“.
- 2. In der Anbieterliste ganz unten „Sonstige“ bzw. „Andere“ wählen – nicht Google, nicht Outlook.
- 3. E-Mail-Adresse eintippen → „Manuelle Einrichtung“ → als Kontotyp „Persönlich (IMAP)“ wählen.
- 4. Passwort eingeben, dann den Posteingangsserver eintragen (im Beispiel
digitalnova.email, Port 993, SSL/TLS). - 5. Anschließend den Postausgangsserver (
digitalnova.email, Port 587) und den Haken bei „Anmeldung erforderlich“ setzen. - 6. Sync-Intervall und Kontoname festlegen – fertig.
Auf Samsung-Geräten führt der Weg alternativ über die vorinstallierte Samsung-Email-App: Konto hinzufügen → Andere → Manuelles Setup → IMAP-Konto. Die abgefragten Felder sind identisch. Wer lieber eine App für alles hätte, ist mit Outlook oder K-9 Mail / Thunderbird für Android ebenfalls gut bedient – auch dort gibt es überall die Option „manuelle Einrichtung“.
iPhone und iPad: IMAP-Konto einrichten
Bei Apple liegt die Kontoverwaltung in den Systemeinstellungen. Seit iOS 18 unter „Apps“, davor direkt in der Hauptliste:
- 1. Einstellungen → Apps → Mail öffnen (iOS 17 und älter: direkt Mail).
- 2. Mail-Accounts → Account hinzufügen → Andere → Mail-Account hinzufügen.
- 3. Name, E-Mail-Adresse, Passwort und eine Beschreibung eintragen → Weiter. Das iPhone versucht nun, die Server selbst zu finden – das dauert einen Moment und schlägt oft fehl. Das ist normal.
- 4. Oben den Reiter IMAP auswählen (nicht POP) und die Server von Hand eintragen: unter Server für eintreffende E-Mails den Hostnamen, Benutzernamen und das Passwort, darunter dasselbe für Server für ausgehende E-Mails.
- 5. Wichtig: Beim Postausgangsserver sind Benutzername und Passwort als „optional“ markiert – tragen Sie sie trotzdem ein, sonst können Sie später nicht senden.
- 6. Weiter → das iPhone prüft die Verbindung → Sichern.
Die Ports fragt iOS nicht ab – es verwendet automatisch 993 mit SSL. Falls Ihr Anbieter abweichende Ports braucht, finden Sie sie nach dem Speichern unter Account → Erweitert bzw. beim Postausgang unter SMTP → Primärer Server.
Nach dem Einrichten: die zwei Minuten, die sich lohnen
Ein frisch eingerichtetes Konto funktioniert meist sofort – aber zwei Kleinigkeiten sorgen sonst später für Verwirrung:
- Ordner zuordnen: Prüfen Sie, ob Gesendet, Entwürfe und Papierkorb auf die Ordner am Server zeigen. Sonst legt das Handy eigene lokale Ordner an, und gesendete Mails fehlen am PC. Am iPhone: Account → Erweitert → Postfach-Verhalten. In Android-Apps heißt der Punkt meist „Ordner“ oder „Serverordner“.
- Testmail schicken: Einmal an sich selbst – und einmal an eine fremde Adresse. Der erste Test prüft den Empfang, der zweite den Versand samt Anmeldung am Postausgangsserver.
Wenn es nicht funktioniert: die häufigsten Ursachen
- „Benutzername oder Passwort falsch“ – fast immer wurde die Adresse ohne Domain eingetippt (
officestattoffice@ihrefirma.at) oder das Passwort des Kundenkontos statt das des Postfachs verwendet. - Empfang geht, Senden nicht – beim Postausgangsserver fehlt die Anmeldung, oder der Port stimmt nicht (587 mit STARTTLS statt 465 mit SSL, oder umgekehrt).
- Zertifikatswarnung – meist ein Tippfehler im Servernamen. Bestätigen Sie eine solche Warnung nicht blind, sondern kontrollieren Sie zuerst die Schreibweise.
- Zeitüberschreitung / keine Verbindung – manche Firmen- und Gäste-WLANs sperren Mail-Ports. Gegenprobe: Mobilfunk statt WLAN.
- Google, Microsoft & Co. mit Zwei-Faktor-Schutz – hier brauchen ältere Apps ein eigenes App-Passwort aus den Kontoeinstellungen; das normale Passwort wird abgelehnt. Warum der zweite Faktor trotzdem sein muss, steht im Ratgeber Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.
- Postfach voll – ist das Speicherkontingent erschöpft, kommen keine neuen Mails mehr an, obwohl die Einrichtung stimmt.
Für Unternehmen: einmal sauber, dann auf allen Geräten gleich
Wenn mehrere Personen im Betrieb dieselben Postfächer nutzen, zahlt es sich aus, die Einstellungen einmal schriftlich festzuhalten – Server, Ports, Benutzernamen – und für alle Geräte identisch zu verwenden. Das erspart bei jedem neuen Handy die Suche. Und falls Sie noch mit einer Freemail-Adresse arbeiten: Warum sich eine eigene Domain lohnt und wie der Umstieg ohne Mail-Verlust klappt, zeigt der Ratgeber Firmen-E-Mail mit eigener Domain. Umgekehrt gilt: Ein Postfach, das Sie nicht mehr brauchen, entfernen Sie sauber vom Gerät, statt es nur stummzuschalten.
Wie wir Ihnen helfen
Sie haben die Zugangsdaten, aber keine Lust auf Servernamen und Ports? Wir richten Ihre Postfächer auf Handy, Tablet und PC ein – einheitlich, verschlüsselt und mit korrekt zugeordneten Ordnern, vor Ort oder per Fernwartung. Auf Wunsch inklusive Einrichtung der Firmen-Adresse samt Domain und einer verständlichen Übersicht Ihrer Zugangsdaten. Mehr dazu unter IT-Service.
Häufige Fragen
Welche Daten brauche ich, um ein IMAP-Konto einzurichten?
Fünf Angaben: die E-Mail-Adresse, das Passwort des Postfachs, den Posteingangsserver (IMAP) mit Port, den Postausgangsserver (SMTP) mit Port und die Verschlüsselungsart. Sie stehen in der Einrichtungs-E-Mail oder im Kundenbereich Ihres Anbieters. Wichtig: das Passwort des Postfachs verwenden, nicht das des Kundenkontos.
Welche Ports gelten für IMAP und SMTP?
Für den Empfang ist Port 993 mit SSL/TLS Standard, für den Versand Port 587 mit STARTTLS oder alternativ Port 465 mit SSL/TLS. Die unverschlüsselten Varianten (143 und 25) sollten Sie nicht mehr verwenden; seriöse Anbieter bieten sie meist gar nicht mehr an.
Wie richte ich ein IMAP-Konto auf Android ein?
In der Gmail-App auf das Profilbild tippen, „Weiteres Konto hinzufügen“ wählen und in der Anbieterliste ganz unten „Sonstige“ nehmen. Dann die Adresse eingeben, „manuelle Einrichtung“ und den Kontotyp „Persönlich (IMAP)“ wählen und Ein- sowie Ausgangsserver eintragen. Bei Samsung führt derselbe Weg über die Samsung-Email-App mit „Manuelles Setup“.
Wie richte ich ein IMAP-Konto auf dem iPhone ein?
Unter Einstellungen → Apps → Mail → Mail-Accounts → Account hinzufügen → Andere → Mail-Account hinzufügen (bei iOS 17 und älter direkt unter Mail). Nach der Eingabe von Adresse und Passwort oben den Reiter IMAP wählen und die Server manuell eintragen. Beim Postausgangsserver sind Benutzername und Passwort als optional markiert – tragen Sie sie trotzdem ein, sonst schlägt der Versand fehl.
Ich kann Mails empfangen, aber nicht senden – woran liegt das?
Fast immer am Postausgangsserver: Entweder fehlen dort Benutzername und Passwort, oder Port und Verschlüsselung passen nicht zusammen (587 gehört zu STARTTLS, 465 zu SSL/TLS). Manche WLANs sperren zusätzlich Mail-Ports – dann hilft ein Gegentest über das Mobilfunknetz.
Was ist der Unterschied zwischen IMAP und POP3?
IMAP spiegelt das Postfach: Die Nachrichten bleiben auf dem Server und alle Geräte sehen denselben Stand, inklusive Ordner und Lesestatus. POP3 lädt die Mails auf ein Gerät herunter und löscht sie häufig vom Server, wodurch sie auf anderen Geräten fehlen. Für die Nutzung auf Handy und PC ist IMAP die richtige Wahl.
Fazit
Ein IMAP-Konto einzurichten ist kein Hexenwerk – es scheitert fast nie an der Technik, sondern an einer fehlenden Angabe. Halten Sie Adresse, Passwort, IMAP-Server, SMTP-Server und Verschlüsselung bereit, wählen Sie in der App bewusst die manuelle Einrichtung, und tragen Sie die Anmeldedaten auch beim Postausgangsserver ein.
Dann sehen Handy, Tablet und PC dasselbe Postfach – und Sie müssen sich nie wieder überlegen, auf welchem Gerät eine Mail liegt.

