· Sicherheitswarnungen · 4 Min. Lesezeit

Warnung: Gefälschte SMS zur ID Austria – so erkennen Sie den Betrug

Eine SMS behauptet, Ihre ID Austria laufe ab. Das ist Phishing. Woran Sie die Fälschung erkennen und was Sie tun, falls Sie schon geklickt haben.

Screenshot einer Betrugs-SMS zur ID Austria, Absendernummer und Link unkenntlich gemacht

Diese SMS ist auch bei uns angekommen: am Montag, 28. September 2026, um 02:28 Uhr, von einer österreichischen Handynummer. Der Wortlaut:

„[LETZTE ERINNERUNG] Ihre Registrierung für die ID Austria läuft am 30.09.2026 ab. Hier erneuern: …“

Dahinter steckt keine Behörde, sondern ein Versuch, Zugangsdaten und Bankdaten abzugreifen (Smishing, also Phishing per SMS). Die gute Nachricht: Die Fälschung ist mit wenigen Blicken zu erkennen.

Woran Sie die Fälschung erkennen

  • Zeitdruck: „LETZTE ERINNERUNG“ und eine Frist von nur zwei Tagen sollen Sie zum schnellen Klicken bringen.
  • Unverschlüsselter Link: Die Adresse beginnt mit „http://“ statt „https://“.
  • Die Täuschung steckt in der Adresse: Der Link lautet sinngemäß „austria-ld[.]at-kunden-identi[.]info“. Aus „ID“ wurde „ld“ – ein kleines L statt eines großen I. Und „at-kunden-identi“ sieht nur nach einer österreichischen Adresse aus. Die tatsächliche Domain endet auf .info und hat mit der ID Austria nichts zu tun.
  • Absender: Eine private Handynummer, kein offizieller Absender.

Die echte ID Austria finden Sie ausschließlich unter id-austria.gv.at, den Zertifikatsanbieter A-Trust unter a-trust.at.

Was offiziell gilt

  • Die ID Austria gilt für österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger 5 Jahre ab Abschluss der Registrierung und kann vor Ablauf online auf id-austria.gv.at unter „ID Austria verlängern“ um weitere 5 Jahre verlängert werden. Ist sie bereits abgelaufen, braucht es eine neue Registrierung bei einer Behörde.
  • Das Ablaufen ist also real: Laut Onlinesicherheit.gv.at (April 2026) sollten zwischen Mai und August 2026 rund 300.000 Zertifikate ihre Gültigkeit verlieren. Genau das nutzen die Betrüger aus.
  • Die zuständigen Stellen verschicken keine SMS mit Link zur Verlängerung. Das Finanzministerium betont, dass es keine SMS mit Links verschickt und nie zur Eingabe persönlicher Daten auffordert.
  • Watchlist Internet und Onlinesicherheit.gv.at haben bereits im April 2026 vor fast identischen SMS gewarnt. Die Welle läuft also weiter, mit leicht veränderten Adressen.

Ob Ihre ID Austria wirklich bald abläuft, prüfen Sie selbst: direkt auf id-austria.gv.at, nie über einen Link aus einer Nachricht.

Was Sie tun sollten

Wenn Sie die SMS nur bekommen haben:

  1. Link nicht öffnen und keine Daten eingeben.
  2. SMS löschen und die Nummer blockieren.
  3. Optional melden: bei der Watchlist Internet über das Meldeformular oder an die Meldestelle des Bundeskriminalamts (against-cybercrime@bmi.gv.at).

Wenn Sie bereits Daten eingegeben haben:

  1. ID Austria sperren lassen: über den Widerrufsdienst von A-Trust (widerruf.a-trust.at). Dafür brauchen Sie das Widerrufspasswort aus Ihrem Signaturvertrag. Eine Sperre wird nach zehn Tagen automatisch zum endgültigen Widerruf, wenn sie nicht aufgehoben wird.
  2. Bank oder Kartenanbieter sofort informieren, wenn Sie Karten- oder Online-Banking-Daten eingegeben haben.
  3. Anzeige bei der Polizei erstatten, zum Beispiel in Ihrer Polizeiinspektion. Eine Meldung an Watchlist oder Meldestelle ersetzt die Anzeige nicht.

Mehr zum Thema in unseren Ratgebern: Phishing erkennen, WhatsApp-Betrug und Hilfe bei Telefon-Betrug.

Unsicher? Fragen Sie nach

Sie haben eine ähnliche Nachricht bekommen und sind sich nicht sicher, ob sie echt ist? Klicken Sie nicht, sondern rufen Sie uns an: +43 664 2557441, oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. DERKAUFMANN hilft Betrieben und Privatpersonen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld und in der ganzen Oststeiermark.

Quellen (abgerufen am 28.09.2026)

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