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PS5 wird zu heiß: Reinigung, Flüssigmetall und was wirklich hilft

Lüfter auf Anschlag, heißes Gehäuse, Abstürze nach einer halben Stunde: Bei der PlayStation 5 stecken fast immer Staub und Aufstellung dahinter – nicht das Flüssigmetall. Was Sie selbst tun können, wann ein Tausch sinnvoll ist und warum Wärmeleitpaste die falsche Antwort ist.

Auf einen Blick

Wird die PlayStation 5 zu heiß, sind in den allermeisten Fällen Staub und Aufstellung die Ursache – nicht das Flüssigmetall. Wirksamste Maßnahme: Konsole frei stellen (laut Sony mindestens 10 cm Abstand zur Wand), die Seitenteile abnehmen und den Staub darunter aussaugen – nie mit Druckluft hineinblasen. Das Flüssigmetall gehört nur erneuert, wenn die Konsole nach gründlicher Reinigung nachweislich zu heiß bleibt – und dann wieder mit Flüssigmetall, nicht mit Wärmeleitpaste: Im Umbautest des Reparaturbetriebs TronicsFix wurde die PS5 mit Paste lauter und überhitzte unter Last.

  • Flüssigmetall leitet laut ASUS rund 17-mal so viel Wärme wie herkömmliche Wärmeleitpaste.
  • Sony empfiehlt selbst, die Abdeckungen abzunehmen und den Staub darunter mit einem Handstaubsauger zu entfernen – absaugen statt ausblasen.
  • Umbau auf Paste im Test (TronicsFix): kühlere Abluft, aber lauterer Lüfter und Überhitzung unter Last – die Wärme bleibt im Chip.
  • Trockenstellen betreffen laut TronicsFix vor allem die ursprüngliche PS5; die PS5 Pro hat einen Kühlkörper mit eingefrästen Rillen.

Die PlayStation 5 ist kein Spielzeug, sondern ein kleiner Hochleistungsrechner: Prozessor und Grafikeinheit sitzen als ein einziger Chip (die sogenannte APU) unter einem großen Kühler und setzen beim Spielen eine Menge Energie in Wärme um. Diese Wärme muss weg – und zwar durch ein Gehäuse, das kaum größer ist als ein Schuhkarton. Wenn dieser Weg auch nur teilweise blockiert ist, wird die Konsole laut, heiß und irgendwann instabil.

In der Praxis sehen wir dabei zwei völlig verschiedene Fälle, die oft verwechselt werden: die ganz normale Verstaubung nach einigen Jahren – und den seltenen, aber echten Flüssigmetall-Defekt. Der erste Fall lässt sich in einer halben Stunde ohne Werkzeug beheben. Der zweite gehört in erfahrene Hände. Dieser Ratgeber trennt beides sauber.

Woran Sie erkennen, dass es wirklich die Temperatur ist

Nicht jeder Absturz ist ein Hitzeproblem. Typisch für Überhitzung ist ein zeitliches Muster:

  • Der Lüfter dreht hörbar hoch und bleibt oben – nicht nur kurz beim Laden, sondern dauerhaft.
  • Probleme treten erst nach einer Weile Spielzeit auf, praktisch nie in den ersten Minuten. Kalt gestartet läuft alles.
  • Die Konsole meldet, dass sie zu heiß ist, und schaltet sich zum Selbstschutz ab – oder das Bild friert ein und das Gerät startet neu.
  • Die Abluft hinten ist deutlich wärmer als früher, das Gehäuse oben spürbar heiß.
  • Es passiert bei fordernden Spielen (große Open-World-Titel, 60-fps-Modi) und nicht im Menü oder beim Streamen.

Passt das Muster nicht – etwa weil immer dasselbe Spiel sofort abstürzt oder die Konsole schon beim Einschalten hängt – ist es eher ein Software- oder Speicherproblem als ein thermisches. Dann bringt Reinigen nichts.

Schneller Gegentest: Spielen Sie dieselbe Szene einmal mit geschlossenem Sideboard und einmal mit der Konsole frei auf dem Tisch, mit reichlich Luft ringsum. Hält sie plötzlich durch, ist die Ursache gefunden, bevor Sie auch nur einen Schraubenzieher angefasst haben.

Ursache Nummer eins: Staub und Aufstellung

Die PS5 zieht ihre Luft an den Seiten und an der Unterseite an und bläst sie hinten wieder aus. Alles, was diesen Kreislauf stört, kostet Kühlleistung:

  • Im Regal oder im TV-Möbel eingebaut: Die Konsole saugt ihre eigene Abluft wieder an. Sony schreibt in der Sicherheitsanleitung mindestens 10 cm Abstand zur Wand vor und rät von engen, verbauten Plätzen ab.
  • Teppich, Bettdecke, Sofa: Die Ansaugöffnungen an der Unterseite werden abgedeckt – Sony warnt ausdrücklich vor langflorigen Teppichen und vor dem Abdecken mit Stoff.
  • Haustiere und Raucherhaushalte: Tierhaare und Nikotinfilm verkleben die Kühlrippen um ein Vielfaches schneller als normaler Hausstaub.
  • Sommerhitze: Die Konsole kann die Raumluft nicht unterbieten. Ist es im Zimmer heiß, fehlt ihr von Anfang an Kühlreserve.
  • Aufsteck-Kühler von Drittanbietern: Das Kühlkonzept der PS5 ist ein abgestimmtes, geschlossenes System. Zusatzlüfter, die von außen dagegenblasen, verändern den Luftstrom – sie helfen selten und stören oft.

Nach ein paar Jahren im Wohnzimmer ist ein sichtbarer Staubpelz auf den Kühlrippen völlig normal. Genau das ist in den allermeisten Fällen der ganze „Defekt“.

Richtig reinigen – ohne die Konsole zu öffnen

Das Beste vorweg: Für die wirkungsvollste Reinigung müssen Sie keine einzige Schraube lösen. Die seitlichen Abdeckungen der PS5 sind vom Hersteller zum Abnehmen vorgesehen (darunter sitzt auch der Steckplatz für die zweite SSD). Sony empfiehlt in der Sicherheitsanleitung sogar ausdrücklich, die Abdeckungen abzunehmen und den darunter gesammelten Staub mit einem Handstaubsauger zu entfernen.

  • 1. Ausschalten, Stromkabel ziehen und abkühlen lassen. Nicht Ruhezustand – wirklich aus.
  • 2. Seitenteile abnehmen: Die Abdeckung leicht in Richtung Oberseite schieben und an der äußeren Kante beherzt anheben. Die Kunststoffhaken lösen sich mit einem hörbaren Klacken. Bei der PS5 Slim legen Sie die Konsole laut Sony mit der Unterseite nach oben, nehmen die Füße ab und heben die Abdeckung leicht an.
  • 3. Die Staubfangöffnungen leeren: Das sind die beiden schmalen Schächte, die jetzt sichtbar werden. Dort sammelt die Konsole den Staub bewusst an. Mit einem Staubsauger auf niedriger Stufe absaugen, ohne die Düse aufzusetzen.
  • 4. Sichtbare Kühlrippen und Lüfterblätter mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem weichen Pinsel abnehmen, den restlichen Staub absaugen.
  • 5. Seitenteile trocken abwischen, wieder auflegen, andrücken – fertig.
Zwei Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten:
  • Keine Druckluftdose in die Lüftungsschlitze. Sie pusten den Staub damit nur tiefer hinein – bevorzugt in die feinen Lamellen des Netzteils, wo er dann bleibt. Immer absaugen statt hineinblasen.
  • Den Lüfter nicht frei drehen lassen. Wird er durch Luftzug oder Saugstrom auf hohe Drehzahl gebracht, arbeitet er als Generator und kann die Elektronik beschädigen. Beim Absaugen ein Wattestäbchen als Bremse in die Nabe halten.

Wenn Sie damit nicht weiterkommen, folgt der Schritt, den viele Anleitungen zu schnell empfehlen: die Konsole ganz öffnen und den Lüfter samt Netzteil freilegen. Das ist bereits ein echter Eingriff – mit Folgen für die Herstellergarantie und mit der Gefahr, empfindliche Flachbandkabel zu beschädigen. Es lohnt sich fast nur dann, wenn die Konsole nach der äußeren Reinigung immer noch auffällig ist.

Was das Flüssigmetall in der PS5 überhaupt ist

Zwischen dem heißen Chip und dem Kühlkörper muss ein Material sitzen, das die mikroskopischen Unebenheiten beider Flächen ausfüllt. Im PC ist das seit jeher Wärmeleitpaste. Sony setzt bei der PS5 auf Flüssigmetall, wie das offizielle Teardown-Video zeigt – eine bei Zimmertemperatur flüssige Metalllegierung.

Der Grund ist schlicht Physik: Flüssigmetall leitet Wärme um ein Vielfaches besser als Paste – ASUS, das es in seinen ROG-Notebooks einsetzt, nennt den Faktor 17 gegenüber herkömmlicher Wärmeleitpaste. So lässt sich die Abwärme auf engem Raum abführen. Damit das flüssige Metall nicht wegläuft, ist der Chip mit einer umlaufenden Dichtung eingefasst.

Wichtig zu wissen: Flüssigmetall ist elektrisch leitend und greift außerdem Aluminium an. Beides zusammen erklärt, warum ein unsauber ausgeführter Tausch nicht „etwas schlechter“ endet, sondern gerne mit einem Totalschaden am Mainboard.

Wann das Flüssigmetall tatsächlich das Problem ist

Es gibt zwei bekannte Fehlerbilder – nach Erfahrung des US-Reparaturbetriebs TronicsFix betreffen sie vor allem die ursprüngliche PS5, bei Slim und Pro sind sie seltener:

  • Trockenstellen („dry spots“) und Oxidation: Wird eine Stelle dauerhaft sehr heiß, oxidiert das Metall dort und verliert seine Leitfähigkeit. Auf Chip und Kühler bleiben matte, trockene Flecken zurück – die Kühlung bricht punktuell ein, die Konsole schaltet unter Last ab.
  • Wandern des Materials: Ist die Dichtung beschädigt – typischerweise, weil die Konsole schon einmal geöffnet oder unsachgemäß repariert wurde – kann Flüssigmetall aus dem eingefassten Bereich austreten und im schlimmsten Fall auf der Platine einen Kurzschluss verursachen.

Bei der PS5 Pro hat Sony laut TronicsFix einen Kühlkörper mit eingefrästen Rillen eingeführt, die das Flüssigmetall gleichmäßig verteilt halten sollen. Wer ein Gerät der ersten Generation hat, gehört also eher zur betroffenen Gruppe als jemand mit einer aktuellen Konsole.

Vorbeugend tauschen? Nein. Flüssigmetall ist keine Wärmeleitpaste, die man alle drei Jahre „auffrischt“. Es altert deutlich langsamer. Ein Austausch ist angebracht, wenn die Konsole nach gründlicher Reinigung nachweislich zu heiß bleibt – nicht nach dem Kalender. Jedes Öffnen bringt eigene Risiken mit; die Wahrscheinlichkeit, dabei etwas kaputtzumachen, ist höher als der erwartete Nutzen bei einem unauffälligen Gerät.

Der Kernpunkt: Flüssigmetall gegen Wärmeleitpaste tauschen?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird – meist mit dem Hintergedanken, so das Risiko beim Hantieren mit leitfähigem Metall zu umgehen. Die kurze Antwort: Es funktioniert, aber es ist eine Verschlechterung. Und zwar eine messbare.

Der US-Reparaturbetrieb TronicsFix hat genau diesen Umbau an einer PS5 durchgeführt und im Video dokumentiert – einmal im Originalzustand mit Flüssigmetall, einmal umgebaut auf herkömmliche Wärmeleitpaste. Das Ergebnis in Kurzform:

  • Die Abluft wurde kühler – was auf den ersten Blick wie ein Erfolg wirkt.
  • Der Lüfter musste deutlich hörbar mehr arbeiten.
  • Die Paste kam mit der Wärme nicht zurecht: Unter Last überhitzte die umgebaute Konsole, so das Fazit von TronicsFix.

Kühlere Abluft heißt nicht kühlerer Chip. Sie heißt, dass die Wärme den Chip schlechter verlässt und im Inneren bleibt. Deshalb muss der Lüfter schneller drehen, und die Reserve bis zur Schutzabschaltung schrumpft.

Übersetzt in den Alltag: Mit Wärmeleitpaste läuft eine PS5 bei gemäßigten Spielen unauffällig. Sobald es warm wird – anspruchsvoller Titel, Sommer, beengte Aufstellung – verschiebt sich die Reserve genau in die falsche Richtung. Sie tauschen ein einmaliges Montagerisiko gegen ein dauerhaft schlechteres Kühlsystem.

Unsere Empfehlung: Wenn das Wärmeleitmaterial überhaupt erneuert wird, dann wieder mit Flüssigmetall – so, wie es der Hersteller vorgesehen hat. Wärmeleitpaste ist allenfalls eine Notlösung, um ein Gerät bis zum Ersatz noch ein paar Wochen am Leben zu halten. Als dauerhafte Lösung ist sie kein guter Tausch.

Wenn Flüssigmetall erneuert wird: was dabei wirklich zählt

Der Vollständigkeit halber – und damit Sie einschätzen können, was eine Werkstatt da eigentlich tut:

  • Vollständige Zerlegung bis zum Mainboard, inklusive Netzteil, Laufwerk und Lüftereinheit. Mehrere Flachbandkabel und Wärmeleitpads sind dabei im Weg und müssen unbeschädigt bleiben.
  • Altes Metall restlos entfernen, Oxidschichten von Chip und Kühlkörper abnehmen – ohne die Oberflächen zu verkratzen.
  • Die Dichtung rund um den Chip prüfen und wiederherstellen. Das ist der eigentlich kritische Punkt: Ist sie beschädigt, läuft das neue Flüssigmetall früher oder später aus.
  • Sehr sparsam und gleichmäßig auftragen. Zu viel ist hier schlechter als zu wenig – überschüssiges Material sucht sich einen Weg.
  • Kein Kontakt mit Aluminiumteilen und kein einziger Tropfen daneben. Gallium zerstört Aluminium regelrecht, und ein Tropfen auf der Platine reicht für einen Kurzschluss.
  • Anpressdruck des Kühlers beim Zusammenbau gleichmäßig aufbauen (Schrauben über Kreuz), sonst entstehen genau die Trockenstellen wieder, die man beseitigen wollte.

Das ist kein Wochenendprojekt für die erste Reparatur des Lebens. Wer es dennoch selbst versuchen will, sollte vorher an einem wertlosen Gerät geübt haben – und einkalkulieren, dass ein Fehler die Konsole endgültig kostet.

Garantie und Gewährleistung: erst prüfen, dann schrauben

Bevor irgendjemand das Gehäuse öffnet, lohnt der Blick aufs Kaufdatum. In Österreich sind zwei Dinge zu unterscheiden, die im Alltag gerne vermischt werden:

  • Die Herstellergarantie ist eine freiwillige Zusage von Sony. Sie darf an Bedingungen geknüpft werden – und dazu gehört üblicherweise, dass das Gerät nicht von Dritten geöffnet wurde. Ein selbst durchgeführter Flüssigmetall-Tausch beendet sie zuverlässig.
  • Die gesetzliche Gewährleistung (zwei Jahre gegenüber dem Verkäufer) hängt nicht an einem Siegel. Sie knüpft an einen Mangel bei der Übergabe an, nicht an einen unverletzten Aufkleber. Praktisch aber gilt: Nur im ersten Jahr wird vermutet, dass der Mangel schon bei der Übergabe bestand (§ 11 VGG) – ab dem 13. Monat müssen Sie das beweisen. Nach einer Eigenreparatur ist dieser Nachweis so gut wie unmöglich.

Konkret heißt das: Ist die Konsole jünger als zwei Jahre, führt der erste Weg zum Händler oder zur Sony-Reparatur – nicht zum Schraubenzieher. Ist sie älter, entscheiden Sie frei, wem Sie das Gerät anvertrauen.

Stehend oder liegend – spielt das eine Rolle?

Anfang 2023 ging die Behauptung durchs Netz, senkrecht aufgestellte PS5 würden durch abwanderndes Flüssigmetall reihenweise sterben. Belegt wurde das nie. Der nüchterne Stand:

  • Sony sieht beide Aufstellungen vor. Beim Slim-Modell liegen laut Sicherheitsanleitung nur die Füße für liegend bei; für stehend braucht es den separat erhältlichen Standfuß.
  • Bei einer unversehrten, nie geöffneten Konsole ist die Dichtung dicht – die Lage ist dann unkritisch.
  • Wurde das Gerät schon einmal geöffnet oder repariert, ist die Schwerkraft ein zusätzlicher Faktor, der gegen die Dichtung arbeitet.
  • Auch TronicsFix empfiehlt die liegende Aufstellung – nicht, weil senkrecht nachweislich schadet, sondern weil liegend nichts kostet.

Bei der PS5 Pro mit dem gerillten Kühlkörper entschärft sich die Frage ohnehin. Unser Rat bleibt pragmatisch: Wenn der Platz es zulässt, legen Sie die Konsole hin. Wenn nicht, ist stehend bei einem unbeschädigten Gerät kein Grund zur Sorge.

Die Reihenfolge, die wir empfehlen

Von harmlos und kostenlos bis aufwendig und riskant – arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab und prüfen Sie nach jedem Schritt, ob das Problem weg ist:

  • 1. Freistellen: Konsole aus dem Möbel heraus, mindestens 10 cm Abstand zur Wand (Sony-Vorgabe), lieber mehr. Nichts abdecken.
  • 2. Raum und Zeitpunkt: Bei Hitzewellen abends spielen, Fenster oder Lüften einplanen, Pausen machen.
  • 3. Seitenteile ab, Staubfänger absaugen – wie oben beschrieben. Der Schritt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
  • 4. Systemsoftware aktualisieren und Ruhezustand/Downloads prüfen: Eine Konsole, die im geschlossenen Schrank nachts stundenlang lädt, heizt dort ebenfalls.
  • 5. Zubehör ehrlich bewerten: Aufsteck-Kühler und dichte Konsolen-Hüllen wieder entfernen.
  • 6. Erst jetzt über Öffnen, Innenreinigung und – falls tatsächlich nötig – Erneuerung des Flüssigmetalls nachdenken. Und dann mit Flüssigmetall, nicht mit Paste.

In unserer Erfahrung erledigen die Punkte 1 bis 3 den weitaus größten Teil aller Fälle. Erst wenn eine frei stehende, saubere Konsole reproduzierbar abschaltet, ist es ein Hardware-Thema.

Übrigens gilt dieselbe Reihenfolge für PC und Notebook – nur ist dort das Wärmeleitmaterial ein anderes: Wo bei der PS5 Flüssigmetall sitzt, gehört beim Rechner Wärmeleitpaste hin, und die ist nach einigen Jahren tatsächlich ein Verschleißteil. Wie Sie dabei richtig vorgehen, steht im Ratgeber PC und Notebook reinigen: Wann Wärmeleitpaste wirklich etwas bringt.

Wie wir Ihnen helfen

Wir sind ein IT-Service für Betriebe und Privatkunden in der Süd- und Oststeiermark – Konsolen begegnen uns dabei regelmäßig, meist als Teil eines Haushalts, den wir ohnehin betreuen. Was wir übernehmen: die Eingrenzung, ob es überhaupt ein thermisches Problem ist, die gefahrlose Reinigung und Aufstellungsberatung sowie eine ehrliche Einschätzung, ob sich eine Reparatur noch rechnet.

Was wir Ihnen genauso klar sagen: Ein Flüssigmetall-Tausch am offenen Mainboard ist Spezialistenarbeit. Steht das an, sagen wir Ihnen das – und ob in Ihrem Fall die Sony-Reparatur, eine spezialisierte Konsolen-Werkstatt oder ein Ersatzgerät der wirtschaftlichere Weg ist. Mehr zu unserer Arbeitsweise finden Sie unter IT-Service.

Quellen

Häufige Fragen

Warum wird meine PS5 so heiß und laut?

Meist wegen Staub und Aufstellung. Die PS5 saugt seitlich und unten Luft an und bläst sie hinten aus; steht sie im geschlossenen Möbel, auf Teppich oder mit wenig Abstand zur Wand, saugt sie ihre eigene Abluft wieder an. Sony verlangt mindestens 10 cm Abstand zur Wand und rät von engen Plätzen und langflorigem Teppich ab. Dazu kommt nach ein paar Jahren ein Staubpelz auf den Kühlrippen. Typisch für ein Temperaturproblem ist, dass es erst nach einer Weile Spielzeit auftritt und die Konsole kalt gestartet normal läuft.

Wie reinige ich die PS5 richtig?

Konsole ausschalten, vom Strom trennen und abkühlen lassen, dann die seitlichen Abdeckungen abnehmen (bei der Slim zuerst die Füße abnehmen) – Sony empfiehlt das in der Sicherheitsanleitung ausdrücklich zur Staubentfernung. Anschließend die beiden Staubfangöffnungen mit einem Staubsauger auf niedriger Stufe absaugen, ohne die Düse aufzusetzen, und sichtbare Kühlrippen trocken abpinseln. Wichtig: keine Druckluftdose in die Lüftungsschlitze, weil der Staub sonst tiefer ins Gerät und ins Netzteil gedrückt wird.

Kann man das Flüssigmetall der PS5 durch Wärmeleitpaste ersetzen?

Technisch ja, sinnvoll nein. Der Reparaturbetrieb TronicsFix hat den Umbau getestet: Die Abluft war mit Paste kühler, was aber bedeutet, dass die Wärme den Chip schlechter verlässt. Gleichzeitig wurde der Lüfter lauter, und unter Last überhitzte die umgebaute Konsole. Wenn das Wärmeleitmaterial erneuert wird, dann wieder mit Flüssigmetall.

Wann muss das Flüssigmetall der PS5 erneuert werden?

Nicht nach dem Kalender, sondern nach Befund. Flüssigmetall altert deutlich langsamer als Wärmeleitpaste. Ein Austausch ist angebracht, wenn die Konsole nach gründlicher Reinigung und freier Aufstellung reproduzierbar zu heiß wird – Ursache sind dann meist oxidierte Trockenstellen auf Chip und Kühler oder ausgetretenes Material. Vorbeugend zu tauschen bringt nichts, weil jedes Öffnen ein eigenes Risiko ist.

Ist es riskant, das Flüssigmetall selbst zu tauschen?

Ja. Flüssigmetall ist elektrisch leitend und greift Aluminium an: Ein Tropfen daneben kann einen Kurzschluss auf dem Mainboard verursachen und die Konsole zerstören. Dazu muss das Gerät vollständig zerlegt werden, die Dichtung rund um den Chip muss unversehrt bleiben und der Kühler gleichmäßig angepresst werden. Für die erste Reparatur des Lebens ist das nicht geeignet.

Darf die PS5 senkrecht stehen?

Ja, Sony sieht beide Aufstellungen vor; bei der PS5 Slim liegen nur die Füße für liegend bei, der Standfuß für stehend ist separat erhältlich. Die Meldung von 2023, senkrechte Konsolen würden durch abwanderndes Flüssigmetall sterben, wurde nie belegt. Bei einer nie geöffneten Konsole ist die Dichtung intakt und die Lage unkritisch; wurde das Gerät schon einmal repariert, ist liegend die risikoärmere Variante – sie kostet nichts.

Verliere ich die Garantie, wenn ich die PS5 öffne?

Die Seitenteile abzunehmen sieht Sony selbst zur Wartung vor. Wird das Gehäuse darüber hinaus geöffnet, endet die freiwillige Herstellergarantie von Sony in der Regel. Die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gegenüber dem Verkäufer erlischt nicht automatisch durch einen Siegelbruch, praktisch müssen Sie ab dem 13. Monat aber selbst beweisen, dass der Mangel von Anfang an bestand – nach einer Eigenreparatur ist das kaum möglich. Bei Geräten unter zwei Jahren führt der erste Weg deshalb zum Händler.

Fazit

Eine zu heiße PS5 ist selten ein Materialfehler und fast immer eine Frage von Staub und Standort. Nehmen Sie die Seitenteile ab, saugen Sie die Staubfänger aus, stellen Sie die Konsole frei – damit ist der Großteil der Fälle erledigt, ohne Garantie zu riskieren.

Und wenn es doch das Wärmeleitmaterial ist: Flüssigmetall gehört durch Flüssigmetall ersetzt, nicht durch Wärmeleitpaste. Die Messungen sind eindeutig – mit Paste läuft die Konsole zwar, aber lauter, innen heißer und mit weniger Reserve. Sony hat sich nicht ohne Grund für den aufwendigeren Weg entschieden.

Hardware-Problem statt Bauchgefühl

Wir schauen uns Ihr Gerät an, grenzen die Ursache ein und sagen Ihnen ehrlich, was sich lohnt – und was nicht.

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